Brauchtum im Kleinen Wiesental - Raich

Handwerkliche und landwirtschaftliche Bräuche erhalten und pflegen

Die historische Feilenhauerei in Raich!

Vom Spatenstich 2015 über das Richtfest und die Einweihung 2016
- ein ehrenamtliches Projekt der Raicher Bürger!

 
 

Ein Rückblick:

Vor 25 Jahren kaufte der Freundeskreis Billich´sche Feilenhauerei dem letzten Feilenhauer des Kleinen Wiesentals, Hans Billich aus Wieslet, die Feilenhauer-Maschinen ab und lagerte sie - sorgfältig eingeölt - in Kisten. Im September 2014 sprach sich der Ortschaftsrat Raich - auf Anfrage der IG Feilenhauerei - für den Standort in Raich aus. Im November 2014 gab es eine Sitzung mit allen etablierten Vereinen im Dorf (Männergesangverein Ried, Weidegemeinschaft, IG Milchhüsli), mit der Feuerwehr und dem im August 2014 neu gegründeten Verein "Brauchtum im Kleinen Wiesental-Raich e.V.", in der alle das Vorhaben unterstützten. Ein Treffen der Vorstandsgremien bei der Lindenhalle klärte die Standortfrage: die Museumswerkstatt sollte als Verlängerung des Schopfes gebaut werden. Außerdem erklärte sich der Brauchtumsverein bereit, die Leitung des Aufbaus zu übernehmen; als Bauherr trat die Gemeinde Kleines Wiesental auf, die Bau-Pläne wurden von der IG Feilenhauerei erstellt. 

Zunächst wurde überlegt, mögliche Unterstützungsgelder, wie etwa „Leader“, zu beantragen. Da dies jedoch Verzögerungen und mögliche Einschränkungen bedeutet hätte, entschied man sich dagegen, krempelte die Ärmel hoch und begann mit dem Bauen.

Der Brauchtumsverein übernahm die Auftragsvergabe und die Koordination aller Arbeiten. 

Von August 2015 bis August 2016 wurde das Gebäude der Feilenhauerei bei der Lindenhalle in Raich aufgebaut und die Maschinen wurden eingebaut - mit viel viel ehrenamtlichem Engagement - ein riesiger Kraftakt, vollkommen uneigennützig. 

Es wurden insgesamt ca. 2500 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet (außerdem Fahrten und viele nicht sichtbare Arbeiten) und es gab großzügige Geld- und Materialspenden von Firmen, Institutionen und Privatpersonen; auch unterstützten zahlreiche Firmen mit kostenloser Arbeitsleistung das Projekt. 

Am 8.1.16 war das Richtfest - die Zimmerei montierte den Richtbaum und las den Richtspruch, nicht ohne die auf dem Dach leergetrunkenen Gläser nach altem Brauch auf den Boden zu werfen. Anschließend trafen sich Helfer und Unterstützer zum Essen im Kulturhaus in Ried.

 Die weiteren nach dem Richtfest folgenden Arbeiten waren:

der Einbau der Tore, das Verputzen der Wände, das Streichen der Stahlkonstruktion, die Abwasser-Arbeiten, die Elektro-Installation, der Einbau des Fußbodens sowie Einbau und Inbetriebnahme der Maschinen und des Härteofens.

Sicherheitsbegehungen fanden statt und die sicherheitsrelevanten Auflagen (Abdeckungen der Maschinen, Absperrgitter) wurden in vielen Stunden Arbeit umgesetzt.

Das Probelaufen der Maschinen mit Feinjustierung und das Einräumen der Werkstatt waren die vorerst letzten Arbeiten.

Mit der Einweihungsfeier am 5. August 2016 ist die Feilenhauerei-Museumswerkstatt Raich weitgehend funktionsfähig – und wohl einmalig in Deutschland.




Am Brauchtumsfest (18.9.16) wird die Werkstatt erstmals für die Öffentlichkeit geöffnet und das Feilenhauen wird vorgeführt – mit Maschinen und von Hand.

Seitdem finden Führungen für Gruppen statt.
Anfragen über verein@brauchtumsfest-raich.de